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Schweinepest – Informationen für Jäger

ASP

Die Klassische Schweinepest (KSP) und die Afrikanische Schweinepest (ASP) sind hoch ansteckende

Viruserkrankungen mit seuchenhaften Verlauf, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befallen. Ein

Ausbruch dieser Seuchen hat enorme wirtschaftliche Schäden zur Folge. Beide Seuchen sind

anzeigepflichtig, eine sichere Diagnose und Unterscheidung von KSP und ASP ist nur im Labor möglich.

Im Gegensatz zu KSP ist gegen ASP kein Impfstoff verfügbar, was die Bekämpfung dieser Seuche

gerade im Wildbestand erheblich erschwert.

Übertragen werden diese Krankheiten durch direkten Kontakt von Tier zu Tier (bei offenen

Haltungsformen auch von Wildschwein zu Hausschwein oder umgekehrt). Ebenso ist eine indirekte

Übertragung über virusbehaftete Personen, Kleidung, Futtermittel, Schlacht-/ Speiseabfälle, Gülle/Mist,

Jagdausrüstung oder sonstige Gegenstände möglich. Bei der Afrikanischen Schweinepest kommt

insbesondere der Übertragung durch Blut oder mit Blut kontaminierten Gegenständen besondere

Bedeutung zu. Die ASP breitet sich zurzeit im östlichen und südöstlichen Europa sowie in Afrika weiter

aus. Eine Einschleppung auch über den Reiseverkehr / Jagdtourismus ist gut vorstellbar.

 

Was können Jäger vorbeugend tun?

kontinuierliche Beteiligung an Überwachungsprogrammen (Monitoring) möglichst jedes als Fallwild gefundene Stück Schwarzwild zur Untersuchung bringen(Schweiß-, Organ- oder Muskelproben, ggf. auch Röhrenknochen oder ganzer Tierkörper)

zur Vermeidung hoher Populationen Wildschweine bei allen Gelegenheiten konsequent bejagen

revierübergreifende Jagden organisieren

insbesondere Frischlinge, aber auch Überläuferbachen scharf bejagen

keine Verwendung von Aufbruch von Schwarzwild zur Kirrung o. ä. außerhalb desErlegungsreviers, sondern ordnungsgemäße Entsorgung als Abfall

keine Speiseabfälle, Schlachtreste usw. auf die Kirrung

bei Auffälligkeiten (mehrere Stücke Fallwild, abgekommene Tiere, mangelnde Scheu, besondereMerkmale an erlegten Stücken usw.) unverzüglich Jagdbehörde / Veterinäramt informieren

 

Was müssen Schweinehalter, die auch Jäger sind, generell zur Seuchenvorsorge beachten?

 

Konsequentes Hygienemanagement auf dem Betrieb, Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmengemäß Schweinehaltungshygieneverordnung

 nicht mit Jagdbekleidung/ -ausrüstung/ -hund in den Stall gehen

 nach der Jagd Betreten des Stalles erst nach gründlicher Reinigung (Dusche undKleiderwechsel)

 striktes Fernhalten von lebenden aber auch erlegten Wildschweinen vom Betrieb

 bei Wildkammer in Betriebsnähe: kein Schwarzwild versorgen / aufnehmen

 kein Kontakt von Hausschweinen zu Blut bzw. blutverunreinigten Gegenständen.

Nhmen Sie bereits bei Verdacht auf eine Infektion sofort Kontakt zu Ihrem Hoftierarzt bzw.Veterinäramt auf !

 

Weitere Informationen unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de

Stand: Februar 2014